Zwischen Baustelle und Weltbühne

Robin Hollenstein bewegt sich zurzeit zwischen zwei Welten, zwischen Wettkampfbühne und Baustelle. Nach seinem Sieg an den SwissSkills 2025 ist der Maurer aus dem Toggenburg wieder im Einsatz – und bereitet sich auf die WorldSkills 2026 in Shanghai vor.

Text / Bild: Kinamo

Auf der Baustelle in Bazenheid läuft der Countdown: Bis Weihnachten soll das neue Mehrfamilienhaus fertig sein. Der 19-jährige Robin Hollenstein ist für die Oberhänsli Bau AG im Einsatz, er misst, rückt zurecht, arbeitet konzentriert. Einerseits ein ganz normaler Arbeitstag an einem sonnigen Herbstmorgen im Toggenburg. Andererseits ist jeder Handgriff auch Bestätigung, Wiederholung und Vorbereitung. Robin Hollenstein ist vor kurzem an den SwissSkills 2025, den nationalen Berufsmeisterschaften, als bester Maurer des Landes ausgezeichnet worden.

«Jetzt bin ich wieder zurück auf der Baustelle – es fühlt sich an wie vorher», sagt er und lacht. Nur hie und da bekommt er einen Spruch von seinen Kollegen zu hören. Was ihm an den SwissSkills zum Sieg verholfen hat, wendet er auch bei der Baustelle in Bazenheid an: Präzision, Ruhe und mentale Stärke.

Ein Sieg für Bütschwil
Die Teilnahme an den SwissSkills war für Robin ein Höhepunkt. «Ich hätte nie gedacht, dass ich gewinne», sagt er rückblickend. Schliesslich sei die Konkurrenz sehr stark gewesen. Als er bei der Siegerehrung auf die Bühne gerufen wurde, verstand er erst langsam, was geschah. «Und als die Silbermedaille vergeben wurde, wusste ich, dass es Gold ist – das konnte ich zuerst gar nicht glauben.» Den Titel feierte er in seinem Heimatort Bütschwil mit Familie und Freunden. «Ein paar Tage nach dem Finale hat mich die Firma zu einem Abendessen eingeladen. Alle waren da, sogar der Gemeindepräsident kam vorbei.»

Durch den Sieg steht für Robin schon bald der nächste grosse Höhepunkt an: Die Teilnahme an den WorldSkills 2026 im September in Shanghai. Schon Monate vor dem Wettkampf beginnt das Training. Er feilt an seinen Skills, wird aber auch den Umgang mit seinen eigenen Schwächen weiter verbessern. «Ich muss lernen, nicht zu perfektionistisch zu sein. Manchmal will ich alles zu genau machen, dabei zählt am Ende, dass es aufgeht.»

Das gilt für den Wettbewerb genauso wie im Baustellen-Alltag. Mentale Stärke sei entscheidend, sagt Robin.

An den SwissSkills war ich nie nervös. Ich hoffe, das bleibt auch so in Shanghai.

Robin Hollenstein, Maurer und SwissSkills Gewinner, Oberhänsli Bau AG

Einzelkämpfer mit starkem Team im Rücken
Bis es soweit ist, wird Robin ein spannende Zeit mit vielen Höhepunkten in der Vorbereitung erleben: Trainings-Camps, Schulungen, SwissSkills-Events und Medientrainings. Robin weiss, dass hinter ihm ein starkes Team steht: Familie, Freunde, Arbeitgeber, Kollegen und das SwissSkills-Team unterstützen ihn. «Einige kommen sogar nach Shanghai mit, das gibt mir zusätzliche Sicherheit», sagt Robin dankbar. Der junge Maurer weiss, dass die Konkurrenz stark ist, hat von den Talenten aus den anderen Ländern gehört, wie sie echte Spitzenleistungen erbringen. Aber Robin freut sich auf die Erfahrung. «Ich gehe hin, gebe mein Bestes – und nehme alles, wie’s kommt.» Der Maurer aus dem Toggenburg bleibt auch in Anbetracht der nächsten grossen Challenge sich selber: ruhig, bescheiden und ehrgeizig.

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Petra Stocker

Kampagnenleiterin Berufsmarketing

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