Jasmin Meier am mauern

Vom KV zur Maurerin – und geblieben

Jasmin Meier hat bereits eine KV-Lehre mit Berufsmatura abgeschlossen und danach die Maurerlehre gemacht. Heute übernimmt die 21-Jährige auf einigen Baustellen schon grosse Verantwortung.

Text / Bild: Kinamo

Erst gestern hat sie mit dem Tachymeter die Wände eingemessen und angezeichnet. Dann wurde geschalt und betoniert – und heute steht bereits die Betonwand. «Ich finde es faszinierend, wie schnell der Ablauf geht», sagt sie. Es ist einer ihrer Lieblingsmomente im Berufsalltag: zu sehen, was man geschaffen hat.

Mutig sein und es machen. Es ist ein toller Beruf mit sehr guten Weiterbildungsmöglichkeiten.

Jasmin Meier, Maurerin, Huwiler + Portmann AG

Jasmin Meier arbeitet als Maurerin bei der Huwiler + Portmann AG. In Mellingen baut das rund zehnköpfige Team derzeit zwei Mehrfamilienhäuser. Zu ihren Hauptaufgaben gehört das Schalen von Wänden und Decken. Besonders gern arbeitet sie mit dem Tachymeter: «Wenn ich damit etwas einmessen und anzeichnen kann, habe ich den Überblick und trage grosse Verantwortung.»

Der zündende Moment

Nach der Schule absolvierte Jasmin die KV-Lehre mit Berufsmatura – in einem Unternehmen, das Beton produziert und Bauarbeiten ausführt. Bereits während dieser Zeit kam sie mit Baustellen in Kontakt, etwa bei Einsätzen vor Ort und in überbetrieblichen Kursen.

Dort erlebte sie ihren Schlüsselmoment. «Ich lief auf dem Gerüst, sah die Arbeiter draussen – und dachte mir: Das will ich auch machen.» Sie war beeindruckt, wie mit vergleichsweise wenig Material ganze Bauwerke entstehen. «Und wie man am Abend auf etwas schauen kann, das wirklich dasteht.»

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Für Jasmin war klar: Ihre berufliche Zukunft liegt im Bauwesen – nicht nur im Büro, sondern auch draussen auf der Baustelle. Ihr Ziel: Bauingenieurin werden. Dafür brauchte sie praktische Erfahrung. Deshalb entschied sie sich bewusst für die Maurerlehre statt für ein kurzes Praktikum.

Ich wollte von Grund auf diesen Beruf lernen und eine fundierte Ausbildung machen.

Jasmin Meier, Maurerin, Huwiler + Portmann AG


Kein Grund zum Staunen

Wenn Jasmin erzählt, dass sie Maurerin ist, sorgt das oft für Überraschung. Vorbehalte kommen meist von Menschen, die den Baustellenalltag nicht kennen. Auf der Baustelle selbst spielt ihr Geschlecht keine Rolle. «Das hat mich am meisten überrascht – die meisten interessiert das gar nicht. Man nimmt mich einfach so, wie ich bin», sagt Jasmin.

Von ihrer KV-Ausbildung profitiert sie bis heute. Neben der praktischen Arbeit übernimmt sie auch organisatorische Aufgaben: Rapporte erfassen, telefonieren, planen und sich mit Bauführern abstimmen. «Für mich ist das kein Zusatz, sondern genau die richtige Ergänzung.» Diese Kombination ermöglicht ihr einen umfassenden Blick: «Ich sehe das grosse Ganze – nicht nur  die Ausführung, sondern auch den Sinn dahinter und das Ergebnis.»

Viele Wege – ein Ziel

Dieses Verständnis will Jasmin weiter vertiefen. In einem halben Jahr beginnt sie berufsbegleitend ihr Studium der Bauingenieurwissenschaften. Der Baustelle bleibt sie treu – auch während der Semesterferien wird sie weiterhin auf dem Bau arbeiten. Langfristig verfolgt sie einen klaren Plan: Eines Tages möchte sie ihr eigenes Haus bauen – ganz nach ihren Vorstellungen.

Petra Stocker

Kampagnenleiterin Berufsmarketing

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