Bauarbeiter im blauen Arbeitsanzug montiert Fassadenelement auf Baustelle – vielseitiger Berufsalltag im Baugewerbe

Vielseitigkeit ist sein Beruf

Jeden Morgen startet Stefan Scheidegger im Magazin der Hoch- & Tiefbau Aarau/Buchs AG, lädt sein Fahrzeug und fährt los – wohin genau, das weiss er manchmal erst kurz vor Abfahrt. Meistens kommt später am Tag noch eine zweite Baustelle dazu, vielleicht auch eine dritte oder vierte. Als Kundenmaurer hat er viel Abwechslung, Eigenverantwortung und direkten Kontakt mit Menschen.

Text / Bild: Kinamo

Im Magazin laden Stefan Scheidegger und sein Arbeitskollege Mario den Pritschenwagen: Kalksandsteine, Werkzeug, Abdeckmaterial. Erste Station heute ist ein Einfamilienhaus in Biberstein, schön am Hang gelegen. Dort wurde der Dachstuhl vergrössert. Stefan setzt Steine für den Giebel, schneidet sie zu, macht den Abschluss für ein vergrössertes Fenster. Im Nebenzimmer zeichnet er mit dem Laser das Niveau für einen Unterlagsboden an.

Nicht nur Mauern

Wer an Maurerarbeit denkt, denkt oft an grosse Baustellen, Rohbau, Kran, wochenlange Einsätze auf derselben Baustelle. Der Alltag von Stefan Scheidegger sieht anders aus. Als Kundenmaurer ist er in bewohnten und bestehenden Gebäuden im Einsatz: Badumbauten, Fenstererweiterungen, Giebel einmauern, Stahlträger einsetzen, Unterlagsböden giessen, vereinzelt Plättchen ersetzen.

Kein Tag ist wie der andere.

Stefan Scheidegger, Kundenmaurer, Hoch- & Tiefbau Aarau/Buchs AG

Weiter geht’s: Die zweite Baustelle in Schäfisheim bestätigt diesen Eindruck. In einem Wohnblock, den die Hoch- & Tiefbau Aarau/Buchs AG schrittweise renoviert, starten Stefan und Mario mit den Umbauarbeiten in einer leeren Wohnung. Der Boden wird mit Floorliner abgedeckt, Schnitte angezeichnet. Dann wird eine Küchenwand rausgespitzt – weil die Bewohner sich eine offene Küche wünschen. «In dem Fall brechen wir die Mauern ab und verlegen stattdessen Stahlträger», erklärt Stefan. Mit Bauführer Lukas Kugler bespricht er anschliessend die nächsten Schritte.

Das Unvorhersehbare

Was den Kundenmaurer-Beruf besonders macht, ist oft auch herausfordernd: Man weiss nie genau, was der Tag bietet, was in einem bestehenden Bau steckt. «Vielleicht hat es dort in dieser Wand plötzlich noch eine Röhre drin – diese Häuser sind teilweise über hundert Jahre alt», sagt Stefan. So geht er beim Badumbau vorsichtig vor, damit kein Heizungsrohr beschädigt wird. Wenn etwas nicht wie geplant funktioniert, muss er reagieren und umdenken. «Das macht es spannend», sagt er.

Gemeinsame Freude

Was den Alltag als Kundenmaurer auszeichnet, sind nicht zuletzt die Menschen. «Es ist natürlich schon anders, als wenn du am Morgen in eine Baracke auf einer grossen Baustelle kommst», sagt Stefan. Als Kundenmaurer klingelt er an der Haustür, wird empfangen, arbeitet im Zuhause von jemandem. «Manchmal gibt es sogar noch einen Kaffee.» Der Kunde schaut zwischendurch vorbei, sieht den Fortschritt – und hat Freude. «Dadurch bist du auch gleich motiviert», sagt Stefan zufrieden.

Am Ende des Tages schickt Stefan Scheidegger seinem Bauführer Fotos. «Das ist der schönste Moment», sagt er. Fertige Baustellen, dokumentiert mit dem Handy. Es ist ein kleines Ritual, das zeigt, was ihm an seinem Beruf auch wichtig ist: sehen, was man geleistet hat.

Der Weg zum Kundenmaurer

Stefan Scheidegger hat die Lehre als Maurer vor 30 Jahren begonnen. Zwei Jahrzehnte arbeitete er in einem kleineren Betrieb, baute hauptsächlich Einfamilienhäuser. Dann folgte ein Wechsel auf Grossbaustellen. Da sei ihm beinahe die Freude an der Arbeit abhanden gekommen, sagt er rückblickend. Dann kam er zur Kundenmaurer-Abteilung – und da möchte er bis zu seiner Pensionierung bleiben.

Ich kann meinen Beruf jedem empfehlen, der gerne mit den Händen arbeitet, gerne Abwechslung hat und den Kundenkontakt schätzt.

Stefan Scheidegger, Kundenmaurer, Hoch- & Tiefbau Aarau/Buchs AG

Morgen früh wird Stefan Scheidegger wieder den Pritschenwagen laden und auf eine neue Baustelle fahren. Und freut sich schon jetzt drauf.

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Eine Karriere auf dem Bau hat viel zu bieten. Um Fachkräfte der Zukunft anziehen, ausbilden und in der Branche halten zu können, kommt den Bauunternehmen eine zentrale Rolle zu. Auf den Baustellen der einzelnen Firmen entscheidet sich, ob interessierte Talente bleiben und zu Leistungsträgern werden können. Viele Bauunternehmen machen hier einen tollen Job. In der Berufswerbungskampagne setzen wir bewusst auf gute Geschichten direkt aus den Unternehmen.   

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Petra Stocker

Kampagnenleiterin Berufsmarketing

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