Le Locle will vom Verkehr entlastet werden. Ein Sprengmeister sorgt dafür, dass der Weg frei wird. Simon Ott von der Gasser Felstechnik AG bringt in einem stillgelegten Steinbruch 335’000 Kubikmeter Fels zu Fall, um Platz für das westliche Portal des neuen Umfahrungstunnels zu schaffen.
Text / Bild: Kinamo
Dem einen oder anderen mag das Städtchen Le Locle als Wiege der Schweizer Uhrmacherei bekannt sein, den meisten wohl eher aus den alljährlichen Gemeinde-Rankings. Dort landet Le Locle oft auf den hintersten Plätzen: Strukturschwäche, hohe Steuern, viel Verkehr. Doch jetzt tut sich etwas. Mit dem Bau eines Umfahrungstunnels will die Gemeinde die Lebensqualität spürbar verbessern.
Damit der Tunnel entstehen kann, muss im stillgelegten Steinbruch «Carrière des Granges» oberhalb der Stadt erst einmal viel Raum geschaffen werden. 335’000 Kubikmeter Fels werden abgetragen, um das westliche Tunnelportal zu ermöglichen. Mittendrin steht Simon Ott, Sprengmeister bei der Gasser Felstechnik AG. Er sorgt dafür, dass es kracht und der tonnenschwere Felsbrocken fallen – ein Spektakel, das heute Lärm macht, aber morgen für mehr Lebensqualität in Le Locle sorgt.


Präzision und Sicherheit im Fokus
Im «Consortium SoMa-Granges» arbeitet die Gasser Felstechnik AG gemeinsam mit fünf weiteren Unternehmen an diesem Grossprojekt. Simon Ott ist für die gesamte Umsetzung des Sicherheitsdispositivs im Bereich Sprengung sowie für die Arbeitssicherheit auf der Baustelle verantwortlich. Dazu gehört nicht nur die korrekte Ausführung der Sprengungen, sondern auch die Koordination der beteiligten Parteien: von der Bauleitung über Nachbarn und Blaulichtorganisationen bis hin zu Partnerfirmen.

Die Kommunikation ist ein sehr wichtiger Teil meines Berufs.
Simon Ott, Baupolier und Sprengberechtigter, Gasser Felstechnik AG
Sprengarbeit in grossen und kleinen Teams
Je nach Bauetappe variiert die Grösse des Teams. «Die Arbeiten lassen sich oft zu zweit gut ausführen. Bei den Felssicherungen braucht es dann wieder mehr Leute auf der Baustelle», sagt Simon Ott. Entscheidend sei, dass der Ablauf vom Bohren über das Laden bis zur Sprengung reibungslos funktioniert. Im Moment sind Simon Ott und ein kleines Team an Sprengeinsätzen und machen so einen Voreinschnitt für den Tunnel.

Faszination Sprengen
Für Simon Ott ist es bis heute beeindruckend, welche Wirkung Sprengtechnik entfalten kann. «Dass man mit einer simplen Materialzusammensetzung so viel Felsmaterial bewegen kann – und dass man die Landschaft mit seiner Arbeit verändern kann», sagt er und seine Augen leuchten.
Doch bei aller Faszination gilt: Sicherheit hat Vorrang. Simons Beruf kann gefährlich sein. «Man muss sicher zwei-, dreimal überlegen, bevor man etwas entscheidet.» Die genaue Koordination ist eine der grössten Herausforderungen. Nervös wird Simon Ott trotz dieser Herausforderung nur selten. Nur dann, wenn die Sprengung in einer besonderen Umgebung stattfindet, etwa in der Nähe von Wohnhäusern. Und umso grösser ist die Freude, wenn alles perfekt läuft.
Der Moment, wenn man das Knöpfchen dreht, und alles wie geplant fällt – das ist das absolute Highlight.Simon Ott, Baupolier und Sprengberechtigter, Gasser Felstechnik AG



Beruf und Berufung
Für Simon Ott ist klar: Sein Beruf ist für Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen. Für Menschen, die gerne draussen sind und sich auch für die Geologie interessieren. Simon hat seinen Platz gefunden. «Ich empfehle jedem, wer einen Tapetenwechsel braucht, den Weg Richtung Sprengberechtigung zu machen und auf den Bau zu kommen.»
Bis der Tunnel in Le Locle fertig ist, wird Simon noch viele Sprengungen planen und durchführen. Steht das Portal, wartet schon das nächste Projekt – und für Le Locle ist der ersehnte Schritt zu weniger Verkehrslärm und mehr Lebensqualität getan.

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