Grosse Träume und grosse Verantwortung

Das Bundesgericht in Bellinzona wird von Grund auf renoviert und erweitert. Bis 2026 laufen die Bauarbeiten. Giada Marzoli trägt als Bauführerin bei der Ennio Ferrari SA grosse Verantwortung: Mit 35 Jahren koordiniert sie Menschen, Material und Termine. Und hat Träume, die bis in die Wolken reichen.

Text/Bild: Kinamo

Die Sonne scheint an diesem Vormittag in Bellinzona, es wird ein heisser Tag. Vor dem Bundesgericht herrscht deswegen schon zu früher Stunde reger Betrieb: Bagger, Gerüste und Arbeiter prägen das Bild der Grossbaustelle. Arbeiten an der Dachdecke sind im Gange, der Sichtbeton ist von höchster Qualität und gleicht weissem Marmor. Hoch oben unter der Kuppel ist volle Konzentration gefragt. «Wir arbeiten gerade an den Details, die Kuppel muss perfekt abgeschlossen sein», sagt Giada Marzoli. Sie ist Bauführerin bei der Ennio Ferrari SA in Lodrino. Sie koordiniert, prüft und gibt Anweisungen. Unter ihrer Führung entsteht aus vielen Handgriffen ein stimmiges Ganzes.

Historisches sanieren
Seit Mai 2023 wird das Bundesgericht in Bellinzona umfassend saniert und erweitert, bis Ende 2026 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Umgesetzt wird das Projekt in einer ARGE mit mehreren Tessiner Baufirmen. Die Arbeiten sind alles andere als Routine: Bei dem wichtigen, historischen Gebäude zählt jedes Detail. Nur so kommen moderne Anforderungen mit der bestehenden Substanz in Einklang.

Bauführerin mit Dynamik
Als Bauführerin organisiert Giada die Abläufe, kontrolliert Fortschritte, hält Kontakt zu Ingenieuren, Bauleitung und Subunternehmern. Die 26-Jährige hat ihren Traumberuf gefunden.

«Mir gefällt die Dynamik – ich bin im Büro und draussen auf der Baustelle.»

Giada Marzoli, Bauführerin Ennio Ferrari SA

Jeder Tag ist anders, ständig lernt sie dazu. Besonders eng arbeitet sie mit dem «capocantiere», dem Bauleiter Zarko Radic, zusammen. Sie sagt: «Wir stimmen uns täglich ab, sonst funktioniert es nicht.»

Gemeinsam behalten sie den Überblick. Giada denkt mit und übernimmt Verantwortung – für Giada gehört es zu ihrem Beruf, keine Angst vor Entscheidungen zu haben.

«Man muss an sich selbst glauben und darf sich nicht entmutigen lassen», rät sie jungen Menschen, die sich für eine Karriere auf dem Bau interessieren. Höhen und Tiefen werde es immer geben. Wer eine gute technische Grundlage habe und bereit sei, von anderen zu lernen, könne sich abheben. Zuhören, beobachten und Fragen stellen – so gelingt der Weg an die Spitze.

Blick nach oben
Sind die Arbeiten abgeschlossen, wird das Bundesgericht in Bellinzona eine beeindruckende Wirkung haben. Es ist ein Gebäude nach Giadas Geschmack.

«Mein Traum wäre es, einmal ein Hochhausprojekt zu betreuen.»

Giada Marzoli, Bauführerin Ennio Ferrari SA

Gerade im Tessin wäre das etwas Besonderes – hier gibt es bisher nur zwei Hochhäuser. Vielleicht ist es ja Giada Marzoli, die eines Tages das dritte baut.

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Eine Karriere auf dem Bau hat viel zu bieten. Um Fachkräfte der Zukunft anziehen, ausbilden und in der Branche halten zu können, kommt den Bauunternehmen eine zentrale Rolle zu. Auf den Baustellen der einzelnen Firmen entscheidet sich, ob interessierte Talente bleiben und zu Leistungsträgern werden können. Viele Bauunternehmen machen hier einen tollen Job. In der Berufswerbungskampagne setzen wir bewusst auf gute Geschichten direkt aus den Unternehmen.   

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