Eine Liebeserklärung an das Maurerhandwerk

In diesem Jahr beginnt Valentin Schärli eine zweite Lehre, an den SwissSkills 2025 zeigt er aber nochmals, was er in seiner ersten Lehre so richtig gut gemacht hat: der 19-Jährige aus dem Jura hat vor einem Jahr als einer der besten Maurer des Landes abgeschlossen und will im Wettbewerb nun nochmal glänzen, bevor er sich seiner neuen Ausbildung zum Hochbauzeichner widmet.

Text / Bild: Kinamo

Nach dem Lehrabschluss im Jahr 2024 nahm sich Valentin ein Jahr Zeit für neue Perspektiven: Er reiste einige Monate nach Malta, lernte dort Englisch, verbrachte einige Monate in Luzern, wo er sein Schweizerdeutsch verbesserte und bei der Baufirma Aregger AG arbeitete. Eine klassische Auszeit, die aber gut ins grosse Ganze passt. Denn Valentin Schärli hat einen klaren Plan, ein klares Ziel vor Augen: er möchte Architekt werden. Den Weg dahin begeht er konsequent – auf seine eigene Art und Weise.

Zuerst will er die Praxis von Grund auf kennenlernen, erst dann zur Theorie übergehen. Schon als Jugendlicher wurde für ihn klar, dass gute Architekten im besten Fall ein breites praktisches Fundament mitbringen. So griff er zu Kelle und Mörtel und absolvierte bei der Firma André Chaignat et Fils SA in Saignelégier im Kanton Jura seine Maurerlehre.

Hart, aber herzlich
Die Lehre war für ihn der perfekte Einstieg. «Es war unglaublich vielseitig: Mal war ich zwei Monate auf einer Baustelle, mal an einem Tag auf fünf verschiedenen.» Seinem Chef und Ausbildner John Chaignat ist Valentin während seiner Lehre sehr positiv aufgefallen. «Valentin begegnet seiner Arbeit mit viel Ernsthaftigkeit und guter Laune.» Gelernt hat Valentin in dieser Zeit technische Fähigkeiten, Verständnis fürs Handwerk und: was gute Baustellenatmosphäre ausmacht.

Die Arbeit kann hart sein, aber sie ist herzlich.

Valentin Schärli, SwissSkills 2025 Finalist

Man könne lachen, sich unterhalten, Musik hören. «Die Arbeit auf dem Bau ist offen, direkt, menschlich, es ist etwas Besonderes.» Dass das im Büroalltag auch so ist, kann er sich kaum vorstellen. Er wird es bald selbst herausfinden. Ab August startet er seine zweite Lehre als Hochbauzeichner, in einem kleinen Betrieb im Jura. Ein nächster Schritt in Richtung Berufsziel Architekt.

Kurz nachgefragt

Was geht dir durch den Kopf, wenn du an die SwissSkills denkst?
Valentin: Ich bin jetzt noch ruhig. Aber kurz vor dem Wettkampf werde ich extrem gestresst sein.

Wie bereitest du dich konkret auf den Wettkampf vor?
Ich werde eine Woche in Ecublens trainieren. Das hat vor dem Halbfinale auch gut funktioniert.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Ich will Architekt werden, aber mit Praxiserfahrung im Gepäck. Erst die Baustelle, dann die Theorie.

Würdest du den Beruf als Maurer weiterempfehlen?
Unbedingt. Man lernt nicht nur das Handwerk, sondern erhält einen Einblick ins Bauwesen als Ganzes.

Wo siehst du die grösste Herausforderung am Wettkampf?
Schnell und gleichzeitig präzise arbeiten, das ist jedes Mal die gleiche Challenge.


Fundament fürs Leben
Gleichzeitig steht eine weitere berufliche Herausforderung an: die SwissSkills im September. In seinem Zwischenjahr hatte Valentin kaum Gelegenheit, als Maurer zu arbeiten – er hat Sprachen gelernt, Decken geschalt und war auf dem Motorrad unterwegs. Dennoch ist er bereit. Eine Woche intensives Training in Ecublens bei Lausanne steht bevor, wie schon im Januar vor dem Halbfinale. Auch damals hatte er die Kelle monatelang nicht in der Hand gehabt – und überzeugte dennoch mit einer Bestleistung. John Chaignat gibt seinem ehemaligen Schützling einen guten Rat:

Valentin hat in der Lehrzeit jeden Tag das Beste gegeben – und das soll er auch beim Wettbewerb wieder tun, dann klappt das auch!

John Chaignat, André Chaignat et Fils SA

John Chaignat wird beim Wettbewerb als Zuschauer dabei sein und Valentin die Daumen drücken.

Die Teilnahme an den SwissSkills ist für Valentin eine Liebeserklärung an seinen ersten Beruf. «Ich würde die Ausbildung jeder und jedem empfehlen», sagt er. Man lerne wahnsinnig viel. «Nicht nur über den eigenen Beruf, sondern über das ganze Bauwesen.» Für ihn ist die Maurerlehre ein Fundament – buchstäblich.

Bauberufe.ch wünscht Valentin eine erfolgreiche Teilnahme und viel Spass an den SwissSkills. Junge Talente wie er sichern die Zukunft unserer starken Baubranche – wir sind stolz auf dich!



Petra Stocker

Kampagnenleiterin Berufsmarketing

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