Bauvorarbeiter Mattia Plattner blickt über die ganze Baustelle

Bauvorarbeiter Mattia Plattner: Verantwortung & Herausforderungen auf der Rekord-Baustelle

Wie sieht ein Arbeitstag aus, wenn man mit 23 Jahren ein Team in der grössten Baugrube der Schweiz führt? Mattia Plattner, Bauvorarbeiter bei der ERNE AG Bauunternehmung, weiss es. Er steht beim Neubau des Technologiezentrums Laufenburg im Einsatz und nimmt seine Erkenntnis aus dem EuroSkills-Wettbewerb mit auf die Baustelle.

Text / Bild: Kinamo

Kurze Absprache mit dem Polier am Morgen, dann geht es für Bauvorarbeiter Mattia Plattner bis zu 27 Meter hinunter in die Erde. An mehreren Stellen wird parallel gearbeitet: Im hinteren Bereich läuft noch der Aushub, im vorderen sind Bodenplatte und erste Wände schon im Bau. Vier bis fünf Leute gehören zu Mattia Plattners Team, aktuell arbeiten rund 60 Personen auf dieser Baustelle. Je nach Bauphase kann diese Zahl variieren.  Mattia zeichnet an, organisiert Material und koordiniert die Abläufe.

Eine meiner Hauptaufgaben als Bauvorarbeiter: Ich sorge dafür, dass meine Leute immer arbeiten können.

Mattia Plattner, Bauvorarbeiter, ERNE AG Bauunternehmung

Die grösste Baugrube der Schweiz

Auf dem ehemaligen Swissgrid-Areal in Laufenburg wird der weltweit grösste Redox-Flow-Batteriespeicher mit einem hochmodernen KI-Rechenzentrum gebaut. Ein Projekt der Superlative – auch die Zahlen neben der Tiefe sind eindrücklich: 20’000 Quadratmeter gross, über 500’000 Kubikmeter Aushub, rund 700 Bohrpfähle mit Längen von bis zu 30 Metern.

Solche Dimensionen sind ideal für die ERNE AG Bauunternehmungen: ein Familienunternehmen in vierter Generation, das als Totalunternehmer das ganze Spektrum abdeckt. Der Baustart war im Mai 2025, seit März 2026 läuft der Rohbau, bis November 2028 soll die Gebäudehülle stehen.

Präzision im Grossformat

«Es ist eindrücklich, zu wissen, dass man so etwas mitschaffen kann – einfach cool, als persönliche Erfahrung», sagt Mattia, der seit Januar 2026 auf der Baustelle mitwirkt. Die Dimensionen verändern seine Arbeit und sein Denken. Was er hier plant und organisiert, wird nicht fünfmal, sondern unter Umständen fünfzigmal gebraucht. «Ich muss auf so einer grossen Baustelle einfach längerfristiger denken.»

Mattia arbeitet zwischen Arbeitern und Baupolier. Er bespricht die Planung, gibt sie weiter ans Team, überwacht die Ausführung, organisiert das Material. «Ich muss einfach schauen, dass wir Termine einhalten können.» Und er achtet auf die Sicherheit, damit alle sauber arbeiten können und gesund nach Hause kommen.

Vom Lehrling zum Bauvorarbeiter

2018 hat Mattia die Maurerlehre begonnen und 2021 abgeschlossen. Nach dem Militär arbeitete er weiter auf der Baustelle, bis er Anfang 2025 die Bauvorarbeiterschule startete. Auf dem Campus Sursee hat Mattia vor allem das Theoretische dazugelernt: Rapportierung, Planung, Materialorganisation. Das Führen selbst reizt ihn: «Ich bin gerne in der organisierenden Rolle.» Dabei sei für ihn ein respektvoller Umgang im Team zentral. Im September 2025, kurz vor dem Abschluss, nahm er nach den SwissSkills an den EuroSkills im dänischen Herning teil. Geprägt hat ihn bei der Teilnahme weniger der Wettkampf als der Zusammenhalt im Schweizer Nationalteam. Alle kamen aus anderen Berufen, aber alle hatten den gleichen Druck, das gleiche Ziel. Die Wirkung dieses Zusammenhalts bringt Mattia heute in die Baugrube ein: «Das hat einen enormen Einfluss auf die eigene Arbeitsleistung.»

Was bleibt, was kommt

Mattia will in den nächsten Jahren erst weitere Erfahrungen sammeln, danach die Weiterbildung zum Baupolier oder Bauführer angehen. Schon früh auf seinem beruflichen Weg hat er etwas gelernt: «Für mich ist das Wichtigste, dass mir mein Job Spass macht!»

In den letzten Jahren habe ich immer wieder gemerkt, dass ich den richtigen Weg eingeschlagen habe.

Mattia Plattner, Bauvorarbeiter, ERNE AG Bauunternehmung

Petra Stocker

Kampagnenleiterin Berufsmarketing

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