In der Nacht arbeiten gefällt mir

Alessandro Turchi

Gleisbauer, 3. Lehrjahr, Laurent Membrez SA

Einer alleine baut kein Gleis. Gleisbauer sind darum immer Teamplayer. Genau das gefällt Alessandro Turchi an seinem Beruf. Jetzt, am Ende seiner Lehre, macht er bereits Pläne für seine berufliche Zukunft.

Blau, soweit das Auge reicht. Der Himmel verspricht einen heissen Tag. Es riecht hier, hoch über dem Genfersee, nach Erde, Gestein und Stahl. Alessandro und seine Gleisbauer-Kollegen arbeiten mit Hochdruck. Jeder weiss, was er zu tun hat. Jeder Handgriff sitzt. Meter für Meter entsteht eine komplett neue Eisenbahnstrecke. Den alten Schotter, die Gleisanlagen und Schwellen haben sie entfernt. Jetzt positionieren sie die neuen Holzschwellen und bringen das frische Schottergestein ein.


«Bevor ich bei login schnupperte, wusste ich gar nicht, was ein Gleisbauer
macht», erzählt Alessandro. An die Schnupperlehre erinnert er sich gut: «Den Teamgeist und die Arbeit an der frischen Luft fand ich super. Draussen fühle ich mich einfach freier.» Ein echter Naturbursche also? Denkste. «Es waren die grossen Baustellen und die gewaltigen Maschinen, die mir Eindruck machten.»
 
Das erste halbe Jahr der Lehre absolvierte Alessandro in Lausanne bei login. Seit dem zweiten Lehrjahr ist er nun bei Laurent Membrez SA. «Um 5 vor 5 geht am Morgen mein Wecker los. Ich frühstücke, packe das Mittagessen ein und fahre dann zur Arbeit», erzählt Alessandro. Das Mittagessen nimmt er im Mannschaftswagen ein, denn da, wo er arbeitet, ist meistens weit und breit kein Restaurant. Wochenendeinsätze hatte er während der Ausbildung zum Glück keine. Das ist aber nicht der Normalfall. Nachtarbeit kennt er jedoch gut und ist darüber gar nicht traurig. «Ich liebe es, in der Nacht zu arbeiten. Denn dann», so Alessandro, «ist alles ruhig, und man kann in Ruhe arbeiten. Tagsüber ist der Zeitdruck viel
grösser.»
 
«Was ich am liebsten mache? Ich mache alles – na ja, fast alles gerne», sagt Alessandro. «Das Messen, die Höhen und Winkel der Gleise kontrollieren, das ist meine Lieblingstätigkeit. Gleisbau ist Millimeterarbeit!» Schon in der Schule fiel ihm Mathematik und Geometrie nicht schwer. Jetzt schliesst er seine Lehre als Gleisbauer ab. Was dann kommt, weiss er auch schon: «Ich will Vorarbeiter und dann Polier werden. Wenn es nach mir ginge, so rasch wie möglich!»