Sandro gewinnt in São Paulo ein Diplom

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Maurer Sandro Dörig gewinnt an den WorldSkills in Brasilien ein Diplom

Der Sieg ging an Florian Hochgruber aus Italien, den zweiten Platz teilten sich die Teilnehmer aus Österreich, Brasilien, Dänemark und Südkorea. Insgesamt hat die Schweiz an den Berufsweltmeisterschaften 13 Medaillen gewonnen und ist damit erfolgreichste europäische Nation.

Weltmeister-Blog

  • 15. August: Letzter Wettkampftag

    Im Endspurt

    Für das dritte und letzte Objekt hat Sandro Dörig noch 4 Stunden Zeit zur Verfügung. Die Zeit wird knapp. Die Hektik und der Stress sind hoch. Gelingt es, unter dem gewaltigen Druck die Qualität hoch zu halten?
    Michael Egli ist im „Feinschliff“ an seinem Stein. Mit der Maschine beseitigt er die letzten Unebenheiten.

    Störung durch die Besucher?

    Sandro Dörig arbeitet nur rund einen Meter von der Besucher-Abschrankung. Immer wieder begutachten ganze Schulklassen die Arbeiten von Sandro Dörig. Auch wir vom SBV und die in São Paulo anwesende Mutter stehen ganz nahe bei unserem Wettkämpfer. Sandro Dörig lässt sich zum Glück von dem Rummel um ihn herum nicht ablenken.

    Geschafft

    In der letzter Minute reinigt Sandro Dörig sein Objekt. Auch bei den Steinmetzen wird jede Sekunde für die Schlussatbeiten genutzt. Um 14 Uhr ertönt bei beiden Wettbewerben der Schlusspfiff.
    Die angereisten Fans bejubeln die Kandidaten. Stolz präsentieren sie sich mit ihren Experten bei ihren Objekten.

    Sandro Dörig, Michael Egli – Wir sind stolz auf euch.

    Nun sind die Experten gefordert  Jean-Luc Braun und Ruedi Signer sind in den Expertenteamd gut akzeptiert. Auf Englisch müssen sie kommunizieren. In einigen Stunden sind die Ranglisten für die Experten klar. Wir müssen noch bis zur Resultatverkündung an der Schlussfeier am Sonntagabend warten.

  • 14. August: Wettkampf

    Grosse Konkurrenz

    Bei den Maurern kämpfen 27 Nationen um die Medaillen. Beinahe alle Kandidatinnen und Kandidaten befinden sich auf Zielkurs. Die Arbeiten sind auf hohem Niveau. Aus dem Publikum erhält Sandro Dörig lobende Worte für das perfekte Fugenbild.

    Bei den Steinmetzen kämpfen 11 Kandidaten gegeneinander. Es ist schwierig, die Steinarbeiten zu vergleichen. Zu unterschiedlich arbeiten die Wettkämper an ihren Werkstücken.

    Ungewohntes Material

    „Der Stein ist viel weicher, als ich es an meinem Arbeitsplatz in Bern gewohnt bin.“ bemerkt der Steinmetz Michael Egli. Er musste sich zuerst an das ungewohnte Material gewöhnen.

    Die Steine bei den Maurern sind auch etwas anders als das bei uns übliche Material. Sandro Dörig konnte jedoch bereits in der Schweiz mit den brasilianischen Steinen üben. Nach vielen Mails, Telefonen und einer Intervention des technischen Leiters von Swissskills bei den brasilianischen Organisatoren ist es Nadia Micheroli vom SBV gelungen, eine Ladung Original-Wettbewerbssteine von Brasilien in die Schweiz zu importieren.

    Start der Bewertungen

    Bei den Maurern beginnen die Experten mit dem Auswerten der Objekte. Im Expertenteam wird jedes Objekt genau begutachtet, ausgemessen. Die ersten Punkte sind schon heute verteilt.

  • 13. August: Wettkampf

    Der erste Meilenstein ist erreicht

    Das erste Wettbewerbsobjekt brauchte einiges mehr an Zeit als vorgesehen. Nun ist es aber geschafft. Nach der Nachmittagspause wird noch geputzt und geschliffen. Im Mauerwerk ist ein Fussballleibchen mit dem Schriftzug „Pele“ deutlich sichtbar. Ein letzter kritischer Blick von Sandro Dörig. Und nun mit viel Elan an das nächste Objekt. Die letzten beiden Arbeitsstunden des Tages nutzt Sandro Dörig für das Setzen der ersten Steinreihen beim Objekt mit einem Fussballsujet und dem Text Brasil.
    Beim Steinmetz Michael Egli wird der Stein mit der Maschine bearbeitet. Ecken und Kanten des Steins sind für das Publikum gut sichtbar. Staub und Lärm begleiten die Arbeiten der Steinmetze. Hinter den Schutzmasken und den Schutzbrillen ist nur wenig von den Kandidaten sichtbar.

    Training ist wichtig

    Ohne ein intensives Training ist ein guter Platz auf der Rangliste der Worldskills nicht möglich. Sandro Dörig absolvierte neben der intensiven individuellen Vorbereitung in der Maurerlehrhalle Gossau zusätzlich drei Wettkämpfe gemeinsam mit den Worldsskills-Kandidaten von Liechtenstein und von Italien / Südtirol. Sandro Dörig kennt jetzt die Stärken und Schwächen der beiden Konkurrenten. Auch die Experten der drei Länder tauschen sich rege aus.

    Michael Egli nutzte die guten Beziehungen zu den Steinmetzen im Südtirol und stellte sich während der Trainingsphase einem Wettkampf mit dem italienischen Kandidaten aus dem Südtirol.

    Wichtige Experten

    Die Kandidaten sind nicht ganz auf sich alleine gestellt. In den Pausen dürfen sie mit ihren Experten jeweils kurz sprechen. Wichtige Tipps können von den Experten gegeben werden. Die Umsetzung müssen die Kandidaten dann aber alleine vornehmen.

  • 12. August: Wettkampf

    Die ersten Steine sind gesetzt

    Mit einiger Nervosität begannen unsere Kandidaten am Vormittag mit ihrer Wettbewerbsaufgabe. Sandro Dörig hat seine Arbeitsschritte bereits im Voraus für sich festgelegt. Das Tagesziel ist gesetzt. Nach dem Startpfiff dürfen die Kandidaten ihre Arbeitsplätze einnehmen und die Arbeit beginnt.
    Noch ist es recht ruhig in den riesigen Messhallen. Mit der Zeit beginnen sich die Gänge zu füllen. Immer mehr Personen drängen sich auf dem Gelände. Viele Schulen besuchen die Worldsskills. Teilweise gibt es fast kein Durchkommen mehr. Das Publikum kann ganz nahe an die Kandidaten herangehen. Das erzeugt einiges an Lärm. Zudem tauchen nun die Fotografen, Presseleute und auch das Fernsehen auf. Erste Interviews müssen gegeben werden. Das in der Vorbereitung durchgeführte Medientraining zahlt sich jetzt aus.

    Genauigkeit ist wichtig

    Die Backsteine für das erste von dreien Objekten liegen zur Verarbeitung bereit. Einige Steine mussten geschnitten werden. Nun werden die Steine gesetzt. Immer wieder wird die Genauigkeit von Sandro Dörig kontrolliert. Und das alles unter grossem Zeitdruck. Ein Ausruhen liegt nicht drin. Nach der Nachmittagspause geht es mit Vollgas weiter.
    Das Objekt nimmt langsam Form an. Noch ist das Sujet nicht sichtbar. Wir sind gespannt, welches Bild gemauert werden soll.

    Konzentration auf die Arbeit

    Bei den Steinmetzen ist der Lärm gross. Hinter einer Plexiglasabdeckung wird der erste Stein bearbeitet. Von Hand und mit der Maschine. Michael Egli ist äusserst konzentriert an der Arbeit. Millimetergenau bearbeitet er seinen Stein.

  • 11. August: Eröffnungsfeier

    Rund 1200 Wettbewerbsteilnehmerinnen und Wettbewerbsteilnehmer und 1100 Experten aus 59 Ländern wurden begeistert zu den Worldskills São Paulo 2015 empfangen. Darunter auch unsere Talente und Experten aus dem Bauhauptgewerbe. 

     
    Der Maurer Sandro Dörig mit dem Experten Ruedi Signer und der Steinmetz Michael Egli mit dem Experten Jean-Luc Braun erlebten mit den vielen Schweizer Fans und den offiziellen Delegierten von SwissSkills einen fulminanten Start zu den Wettbewerben. Die begeisternde Show mit Elementen aus allen Landesteilen von Brasilien riss alle Besucher mit. Gespannt warten wir auf den Wettkampfbeginn.

  • Ich gehe, um zu gewinnen
    Der Appenzeller Maurer Sandro Dörig reist als Schweizer Meister im August an die Weltmeisterschaften in São Paulo in Brasilien. Seine grössten Stärken: appenzellerische Präzision und Nerven wie Drahtseile.

    "Natürlich will ich gewinnen. Sonst könnte ich ja gleich zu Hause bleiben." Wenn Sandro Dörig das sagt, ist das nicht arrogant. Sondern ehrlich. Denn der Schweizer Meister im Mauern ist ehrgeizig, und er steht dazu. Der bald 22-Jährige weiss, was er will im Leben: vorwärtskommen und sich im Leben etwas aufbauen - wortwörtlich.

    Gleichzeitig ist der junge Appenzeller bodenständig genug, um zu wissen, dass die Konkurrenz an den Weltmeisterschaften in São Paulo in Brasilien gross ist und es entsprechend schwierig sein wird, überhaupt aufs Podest zu kommen. Anders aber als bei Fussball-Weltmeisterschaften etwa, bei denen die Trainer im Vorfeld die gegnerischen Teams möglichst genau kennenzulernen versuchen, kümmert er sich nicht um die Tricks seiner Gegner. "Ich schaue auf mich selbst", hält er trocken fest.

    Als Dreikäsehoch wollte Sandro Dörig Bauer werden, später Landschaftsgärtner. Wichtig war ihm bei seiner Berufswahl, dass der Job "draussen" und "etwas Handwerkliches" war. Schliesslich hat er bei der Streule Bau AG in Brülisau eine Maurerlehre gemacht. Den Ausschlag dafür gab die Tatsache, dass eine Maurerlehre nicht nur handwerkliches Arbeiten verspricht, sondern auch eine exzellente Basis bietet, um die Karriereleiter emporzusteigen. Den ersten Schritt dazu macht er bereits: Er absolviert derzeit die Berufsmittelschule mit dem Ziel, später Architekt zu werden.

    Geübt wird schon in der Schweiz mit "brasilianischen" Steinen

    Im Juni schliesst er die Schule ab und hat danach in den Ferien "so richtig Zeit, um zu trainieren". Um ihre Schützlinge auf São Paulo vorzubereiten, haben die Verantwortlichen aus der Schweiz, aus Liechtenstein und aus dem Südtirol extra eine Schiffsladung Backsteine aus Brasilien bestellt. So können sich die jungen Maurer schon in der Heimat mit den fremden Steinen bekannt machen. "Wir müssen uns vor allem an die anderen Masse gewöhnen", erklärt Dörig. "Auch das Steineschneiden fühlt sich anders an." Die drei Objekte, die sie an den World- Skills machen müssen, sind bereits bekannt - wobei eines davon dann am Wettkampf jeweils noch ausgewechselt wird.

    Wichtig sind an den Wettkämpfen neben dem Tempo vor allem die Sauberkeit und die Präzision der Arbeit. "Eine meiner Eigenschaften als Appenzeller ist jedoch das genaue Arbeiten", sagt er mit einem Lachen.

    Die Aufregung steigt

    Derzeit wirkt der junge Appenzeller, der seine Freizeit am liebsten mit Kollegen oder auf dem Velo verbringt, noch wie die Ruhe in Person - auch wenn er sagt, dass er schon ein bisschen aufgeregt sei. So richtig nervös werde er aber wahrscheinlich erst kurz vor der Abreise nach Brasilien. Dann, wenn es ans Packen geht und wenn er mit den anderen WorldSkills-Teilnehmern zusammentrifft. Die Schweizer Delegation aller WorldSkills-Teilnehmer inklusive Betreuer füllt ein ganzes Flugzeug. Und Sandro Dörigs wahrscheinlich grösster Fan - seine Mutter - fliegt auch mit nach São Paulo. Trotz steigender Nervosität freue er sich riesig.

    Kaum hat der Wettkampf begonnen, wird Dörig in der Regel dann wieder ruhig. "Meine grösste Stärke sind meine guten Nerven", sagt er. Er bleibt auch in hektischen Situationen ruhig. Gleichzeitig ortet er im mentalen Bereich seine Schwäche: "Ich muss aufpassen, meine Konzentration auch wirklich über den ganzen Wettkampf beizubehalten."

    Zum Abschluss ein Abstecher nach Rio de Janeiro

    So weit weg von zu Hause war er noch nie. Neben dem Land ist auch die Sprache für ihn exotisch: Portugiesisch kann er nicht viel - obwohl er auf der Baustelle schon mit vielen Portugiesen gearbeitet hat. "Aber wir haben immer Deutsch miteinander geredet", erzählt er. Viel Zeit, um in Brasilien Land und Leute kennenzulernen, hat er sowieso nicht. Nach dem Wettkampf geht die ganze Gruppe noch einen Tag nach Rio de Janeiro - und danach fliegt Sandro Dörig bereits wieder nach Hause. Hoffentlich mit einer Medaille im Gepäck.

    Text & Fotos: Birgit Günter / Schweizer Bauwirtschaft

11.-16. August 2015
WorldSkills Sao Paulo 2015


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