Nichts für Landratten

Noch vor einem Jahr wäre man in Wädenswil nur mit dem Buschmesser ans Ufer gekommen. Heute kann man hier sogar übers Wasser gehen. Dem neuen Uferweg sei Dank.

Der Giessen, die Halbinsel bei Wädenswil am Zürichsee, ist seit nunmehr einem Jahr Guido Rüetschis zweites Zuhause. Er ist Polier bei der Walo Bertschinger AG und Baustellenverantwortlicher für den neuen Uferweg von Richterswil nach Wädenswil.
 
Ohne Boot und Schwimmweste geht auf der Baustelle in Wädenswil nichts. Wegen der unmittelbar an den künftigen Uferweg grenzenden Bahngleise müssen viele Arbeiten vom Wasser her ausgeführt werden. Mit grossem Bagger-Aufgebot wurde das dichte Ufergewächs entfernt, auf Boote verladen und entsorgt. Jetzt entsteht am Ufer ein Fussgängersteg.

Die Rammrohre sind versenkt, nun steht die Montage der Stahlprofilroste an. Der Tieflader steht am Ufer zum Abladen bereit. Das Stahlbau-Team rund um Chefmonteur Ferdinando Defrancisci wird die Montage zusammen mit der Mannschaft von Guido Rüetschi ausführen. Der Platz am Ufer ist knapp. Doch der Baggerführer versteht sein Metier und lädt ohne viel Aufhebens die Roste in der richtigen Reihenfolge auf den Ponton.

«Hier packt jeder mit an», erzählt Guido. «Wir von der Wasserbau-Abteilung sind ein eingespieltes Team und arbeiten teilweise schon über 12 Jahre zusammen.» Gemeinsam mit den Stahlbauern, dem Bagger und den Stahlelementen tuckert die Mannschaft auf dem Ponton Richtung Montageplatz ein paar hundert Meter seeabwärts.
 
Mit geübtem Manöver bringt Pit den Ponton in Position. Sobald die schwimmende Plattform fest verankert ist, kommen die Stahlbauer zum Einsatz. Zwei von ihnen springen beherzt auf ein kleines Floss, das vor dem Ponton bei den Stützpfeilern festgemacht ist.

Ferdinando dirigiert den Baggerfahrer, dieser hebt mit seinem Gerät das erste 3-Tonnen-Teil an und bringt es knapp über Boden in Position. Pit steht mit den Stahlfüssen, Schrauben und Werkzeug bereit. Sobald er das Zeichen gibt, wuchtet der Bagger das Stahlelement in die Höhe und dreht ab zum Team auf dem Floss. Dort wird das Teil langsam, mit den Füssen voran, in die Stützpfähle abgesenkt. Mit riesigen Werkzeugen verbinden die Männer auf dem Floss die Stahlroste.

Rasch sind weitere zehn Meter Steg montiert. Eine starke Leistung!



(Die Textwerkstatt | B. Magazin)

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Guido Rüetschi Polier Guido Rüetschi
Walo Bertschinger AG Wasserbau
Pit Breij Kapitän Pit Breij
Walo Bertschinger AG Wasserbau
Ferdinando Defrancisci Chefmonteur Ferdinando Defrancisci
Schneider Stahlbau AG