Einschnitt im Wallis

Es ist eisig kalt an diesem Wintermorgen in Turtmann im südlichen Rhonetal. Trotz Minustemperaturen wird gebaut – eine der grössten und vielfältigsten Autobahnbaustellen steht auch bei Kälte nicht still.

Der Ausbau der A 9 geht über 31,8 Kilometer und verbindet künftig das Ober- mit dem Unterwallis. Ein Teilstück dieses Millionenprojektes ist der gedeckte Einschnitt in Turtmann. Hier werden die Autos künftig westlich des Baches Turtmänna bis östlich des Bahnhofs Turtmann eine Etage tiefer fahren. Der 1350 Meter lange gedeckte Autobahntunnel besteht aus zwei richtungsgetrennten Röhren. Die Einfahrtsbereiche Ost und West wurden bereits 2005 erstellt, das Stück dazwischen ist in sechs verschiedene Baugruben unterteilt. Die Arbeiten in der Baugrube sind in vollem Gang.

Ivo Brantschen ist Polier der Arbeitsgemeinschaft und seit Baubeginn vor Ort. «Der gedeckte Einschnitt Turtmann ist ein spannendes Projekt – man baut wahrscheinlich nur einmal im Leben eine Autobahn», meint der gelernte Maurer. Ein spannendes, und nicht immer ganz einfaches Projekt: Seit Baubeginn mussten einige Änderungen vorgenommen werden. Neben geologischen Schwierigkeiten galt es auch, Vorschriften und Normen, die sich mit den Jahren geändert hatten, anzupassen. Grosse Baustelle – viele Herausforderungen!

Die Arbeiten kommen gut voran: «In einer Etappe von 12,5 Meter Länge wird ein Unterlagsbeton eingebracht. Anschliessend werden das Sohlgewölbe, also der Tunnelboden, die Mittelwand und das Gewölbe sowie die Kabelkanaldecke erstellt. Dafür brauchen wir eine Woche», erklärt Polier Brantschen.




(Die Textwerkstatt | B. Magazin)

Zahlen und Fakten

Bauzeit: 2004 bis 2014
Innenausbau: 2015 bis 2016
Länge Tunnelröhren: je 1350 Meter
Breite Tunnelröhren: je 10,2 Meter
Fahrbahn bis Tunneldecke: mindestens 4,5 Meter

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Ivo Brantschen

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