Baustelle im Grossformat

Zigtausend Fahrzeuge und mehrere Buslinien frequentieren täglich den Seetalplatz in Emmenbrücke. Nicht zu vergessen die Kleine Emme, die gelegentlich Hochwasser führt. Zeit für Massnahmen, die den Verkehr und das Wasser neue Bahnen lenken.

Der Seetalplatz in Emmenbrücke ist der zentrale Verkehrsknotenpunkt des Kantons Luzern. 50‘000 Fahrzeuge täglich kreuzen dort fünf Buslinien und zahlreiche Radwege. Zudem grenzt der Platz an die Bahnlinie und die Kleine Emme. So niedlich der Name des Flusses auch klingt, klein ist er nicht immer: Beim Jahrhunderthochwasser 2005 entstand auf dem Platz und in der Umgebung grosser Schaden. Dann kamen anstatt 10 Kubikliter Wasser pro Sekunde plötzlich 750 daher. Spätestens da war klar: Es höchste Zeit, sich Gedanken über Hochwasserschutz und verkehrsberuhigende Massnahmen zu machen.

Was die Baubranche hergibt

Die Herausforderung ist gross: Es gilt, dem Privatverkehr, stündlich bis zu 20 öffentlichen Bussen und zehn Zügen, den Fussgängern und Velofahrern stets freie Bahn zu garantieren. Zudem wird das Flussbett der Kleinen Emme verbreitert und auf einem kurzen Abschnitt gar ein zweiter Flussarm gebaut. Ein Monsterprojekt. Auch finanziell: 190 Millionen Franken kostet das gesamte Projekt, 40 Millionen davon werden für den Hochwasserschutz eingesetzt, der Rest für eine neue Verkehrsinfrastruktur. Auf der riesigen Baustelle findet man zurzeit alles, was die der Infrastrukturbau hergibt: Strassenbau und Brückenbau bis hin zum Wasserbau und zahlreichen Spezialfirmen.

Sieben neue Brücken

Für den Bau der neuen Brücke ist die Firma Anliker AG zuständig. Bernhard Alessandri, Polier, ist mit einem fünfköpfigen Team vor Ort: «In Anbetracht der Grösse des Objektes ist unser Team klein.» Momentan werden Spannkabel montiert, die der Brücke später die nötige Stabilität zu geben. Die Kabel werden durch Rohre gezogen, gespannt und fixiert. Dann werden die Rohre mit Zement gefüllt und die Brücke hält – sogar den Verkehr einer vierspurigen Strasse. Insgesamt werden auf dem Seetalplatz sieben neue Brücken gebaut.

Bis 2018 sollten, so die Planung, sämtliche Arbeiten auf, unter und neben dem Seetalplatz beendet sein. Der Fluss hat dann auch bei starkem Unwetter genügend Platz in ihrem Bett. Der öffentliche Verkehr fährt auf mehrheitlich eigenen Spuren, die Eisenbahn führt über eine neue Brücke und die Staus gehören der Vergangenheit an. Die Fussgänger und Velofahrer haben eigene Wege und die Bewohner des Quartiers leben nicht mehr im Durchgangsverkehr.




(Die Textwerkstatt | B. Magazin)

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